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Soft Skills als Einstellungsgrund


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FÜR ARBEITGEBER

Soft Skills als Einstellungsgrund

Wer kennt das nicht: Man hat sich für einen Ausbildungsplatz beworben, war zum Probearbeiten dort und hatte gedacht, den Platz hätte man in der Tasche. Doch, Pustekuchen. Ein anderer bekommt ihn. Und warum? "Wir haben das Gefühl, dass Sie etwas zu introvertiert und unsicher sind für diesen Job. Wir denken nicht, dass Sie dem Stress gewachsen sind."

Solche Ablehnungen sind hart, aber gerechtfertigt, denn immer mehr Arbeitgeber setzten neben fachlichen Kompetenzen auch auf die sozialen, die Soft Skills (siehe auch Artikel: Soft Skills).


Was sind Soft Skills?

Definiert werden Soft Skills als die sozialen Kompetenzen eines Menschen, das heißt: Disziplin, Umgangsformen, Selbstständigkeit, Motivation, Freundlichkeit, Führungsqualitäten, Temafähigkeit, Höflichkeit, Stressresistenz und Ehrlichkeit. Neben den "Harten Kompetenzen" wie Fachwissen, beruflicher und schulischer Qualifikation und der Berufserfahrung sind immer mehr die Soft Skills ein Einstellungs- oder auch Ablehnungsgrund. Entscheidend ist immer eine gute Mischung aus den sogenannten Schlüsselqualifikaitonen und auch, welche Soft Skills für einen bestimmten angestrebten Beruf Voraussetzung sind.


Warum sind Soft Skills Einstellungsgrund?

Soft Skills zeigen, wie gesagt, die sozialen Kompetenzen eines Menschen auf. So z. B. auch, wie gut man mit Kritik oder Versagen umgehen kann, mit Stress fertig wird oder bei anstrengenden Kunden trotzdem Ruhe bewahren kann. Arbeitgeber wollen nicht nur fachlich qualifizierte Mitarbeiter, sondern auch welche, die im Stande dazu sind, sich in ein neues Team gut hinein zu finden, souverän mit Stresssituationen umgehen können, in der Lage sind, ihre Zeit zu managen usw. Arbeitgeber suchen immer nach Möglichkeiten der Arbeitsoptimierung im Betrieb und brauchen dafür die besten Mitarbeiter.

Wenn im Vorstellungsgespräch für eine Stelle als Koch in einem Vier-Sterne-Hotel der Bewerber schüchtern und unsicher rüberkommt und äußert, dass er eigentlich nicht gut mit Stress umgehen kann und immer eher eine Einzelgänger war, wissen die Vorgesetzten, dass er wohl nicht geeignet für den stressigen und Menschen bezogenen Beruf des Kochs ist. Jemand, dessen Soft Skills sehr gut ausgeprägt sind, hat von Anfang an eine andere überzeugendere Ausstrahlung als andere. Auch helfen die Soft Skills einem selbst, sich für den richtigen Beruf zu entscheiden. Wenn man eher der ruhigere Typ ist, der nicht gern im Mittelpunkt steht und zu schüchtern ist, in der Gruppe Anweisungen zu geben, ist das Managerwesen wohl nicht das Richtige für einen.


Persönlichkeitstests immer gefragter:

Besonders in Berufen, wo viel kommuniziert wird, werden die Soft Skills der Bewerber oft schon beim ersten zwanglosen Telefonat getestet und die Vorgesetzten machen sich erste Notizen. Mittlerweile werden in fast 25 Prozent aller Firmen Persönlichkeitstests durchgefüht, um den Bewerber in ein Charakterschema einzuordnen. Nicht immer sind diese seriös, jedoch gibt es einige, die häufig angewendet werden. In Deutschland genießen diese Persönlichkeitsanalysen keinen guten Ruf, trotzdem werden immer mehr Persönlichkeitsprofile bei der Bewerbung erstellt. In den Usa oder England sind es sogar um die 75 Prozent der Unternehmen. Dort kann man auch schon mal nach einer bestehenden Schwangerschaft oder den finanziellen Verhältnissen befragt werden.

Als Persönlichkeitstest werden momentan oft das "Bochumer Inventar zur Berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung" (BIP) genutzt, der "16PF", das "Freiburger Persönlichkeitsinventar" (FPI), der "Minnesota Multiphasic Personality Inventory" (MMPI) oder der "Meyer-Briggs-Typenindikator" verwendet. Allen Tests ist gemein, dass dem Getesteten verschiedene Fragen gestellt werde, nei denen sie "stimmt", "stimmt nicht" usw. ankreuzen müssen. Auf Grundlage dieser Tests erstellt man dann ein Persönlichkeitsprofil, welches den Bewerber als geeignet oder ungeeignet zeigt. Eine andere Möglichkeit zum Testen des Charakters einer Person sind die Assessment Center, wo Situationen simuliert werden, die den Personalern ermöglichen, mehr über die Person des Bewerbers zu erfahren. Denn in jedem Beruf werden andere Soft Skills vorausgesetzt.


Sind solche Tests sinnvoll?

Im ersten Moment mag einem so ein Test relativ sinnlos vorkommen, jedoch sind einige von ihnen durchaus angebracht. Dies jedoch nur, solange sie auch nur die auf den Job bezogene verlangte Persönlichkeit testen. Das heißt, dass Tests, die die gesamte Persönlichkeite eines Bewerbers testen, ihn nach Hobbies, geheimen Wünschen oder Ängsten fragen, Familien- oder Finanzsituationen erfragen, eher Humbug als förderlich sind.


Fazit:

Kein Bewerber kann immer alle von ihm abverlangten Soft Skills bedienen. Man kann sich aber durchaus schlau machen und versuchen, spezielle Soft Skills zu schulen und sich im Vorstellungsgespräch so zu geben, wie der Arbeitgeber es möchte. Natürlich soll man sich nicht verbiegen und ehrlich sein. Sich zu verstellen hat wenig Sinn, wenn man produktiv im Team mitarbeiten will. Aber wer beruflich weiterkommen möchte, der sollte seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten trainieren und wissen, wo seine Stärken liegen.