Vor- und Nachteile der anonymen Bewerbung in Deutschland

In der Hotellerie und Gastronomie ist ein gepflegtes Äußeres sowie eine angemessene Kommunikation für Angestellte sehr wichtig, um einen guten Eindruck bei den Gästen zu hinterlassen. Bei einer Bewerbung werden scheinbar passende Bewerber jedoch oft schon vor einem persönlichen Gespräch aussortiert, da aufgrund der Nationalität, der Religion, des Bewerbungsfotos oder des Geschlechtes Vorurteile entstehen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es in Deutschland die Möglichkeit eine anonyme Bewerbung einzureichen. Der folgende Text klärt über die Vor- und Nachteile auf.

 

Eine anonyme Bewerbung zeichnet sich grundsätzlich durch das Fehlen verschiedener Angaben zur Person aus. Ziel ist es, die Einladung zum Vorstellungsgespräch lediglich durch die erworbenen Qualifikationen eines Bewerbers zu erlangen. Dessen Erfolg bei der Bewerbung soll unabhängig von Passbildern oder der Herkunft erlangt werden. Daher entfallen bei einer anonymen Bewerbung folgende Angaben:

  • Name und Adresse
  • Alter und Geschlecht
  • Geburtsdatum und Herkunft
  • Familienstand sowie
  • das Passbild

 

Im Ausgleich zu den fehlenden Angaben werden jedoch alle erworbenen Qualifikationen des Bewerbers aufgeführt. Erst nach der Einladung zum persönlichen Bewerbungsgespräch erhält der Arbeitgeber alle weiteren Angaben zur Person.

Wie also schon erwähnt, liegen die Vorteile einer anonymen Bewerbung ganz klar auf der Hand. Der Arbeitgeber entscheidet allein nach den Qualifikationen des Bewerbers, ob er diesen persönlich kennenlernen möchte und eventuell später als Arbeitnehmer in seinem Unternehmen einstellt. Für bestimmte Gruppen kann eine anonyme Bewerbung jedoch auch Nachteile haben und die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch schmälern. Das ist vor allem bei Anfängern, die noch keine lange Karriere hinter sich haben, der Fall. Da es ihnen oft an Erfahrung und Qualifikationen mangelt, können Entscheidungen über eine Anstellung in diesem Fall auch durch die persönlichen Informationen begünstigt werden. Hierbei wäre es womöglich von Vorteil, einige persönliche Informationen im Bewerbungsschreiben aufzuführen.

Für das Einreichen einer anonymen Bewerbung gibt es je nach Unternehmen drei unterschiedliche Möglichkeiten. Einige Unternehmen nutzen Online-Bewerbungsbögen. Hierbei werden dem Arbeitgeber elektronische Bewerberbögen zur Verfügung gestellt, die vom Bewerber ausgefüllt werden müssen. Andere Unternehmen nutzen hingegen die nachträgliche Anonymisierung. Dabei wird die Bewerbung auf herkömmliche Weise versendet, jedoch vor der persönlichen Einsicht durch den Arbeitgeber anonymisiert, also die persönlichen Angaben geschwärzt. Eine weitere Möglichkeit bietet der anonymisierte Bewerbungsbogen.Bei dieser Option werden dem Bewerber vom Arbeitgeber Bewerbungsbögen zur Verfügung gestellt, die ausgedruckt oder heruntergeladen, ausgefüllt und wieder an den Arbeitgeber zurückgeschickt werden können. Welche Möglichkeit genutzt wird, entscheidet das Unternehmen.

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Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V.

Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V. wurde im Januar 2017 vom Rechtsjournalisten Marcel Weber in Berlin gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Transparenz im Bereich Sozialrecht zu schaffen, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in die wichtigsten Themen zu bieten.